zugehört: Woraus ist Popmusik gemacht?

Worum geht's?

Über Musik wird wenig geschrieben, das für Nicht­musiker verständlich ist. Fast so, als hätten die an den Hinter­gründen kein Interesse oder könnten sie sowieso nicht verstehen. Beides glaube ich nicht.

Ich unternehme auf diesen Seiten den Versuch, einige Grund­lagen und Konzepte der Popmusik allgemein­verständlich darzulegen, soweit sie mir selbst bekannt sind. Das Ganze ist für den neugierigen Konsumenten gedacht, vielleicht entfernt vergleichbar mit einem Making-of zu einem Spielfilm. Ich beginne mit Experimenten zur Harmonie, die jede Art von Musik betreffen, und arbeite mich zu pop-spezifischen Themen wie Akkord­zyklen und Effekten vor. Die zehn Teile bauen aufeinander auf und setzen zum Verständnis jeweils die voran­gegangenen voraus.

Eins vorweg. Musik erscheint hier aus einer ungewohnten Perspektive. Normaler­weise erleben wir sie als Teil des Show­business, als bunte und laute Künstler­welt, bevölkert von tanzenden Boygroups, spiel­freudigen Instrumentalisten, charismatischen Front­männern und kreischenden Groupies. Das alles wird hier ganz weit weg sein. Es geht um das Fundament unter dem Rummel, um Struktur, Funktion, Physik und Mathematik.

Übrigens: Es ist gar nicht so seltsam, sich als Nicht­musiker mit Musik zu befassen. In der Antike und im Mittel­alter war es für einen gebildeten Menschen durchaus üblich und angemessen, die Prinzipien der Musik zu kennen, ohne sich selbst als Musikant zu betätigen. Die Theorie von den Tönen und Tonarten galt als eine der sieben freien Künste und stand damit auf einer Stufe mit Lehren wie Logik und Geometrie.

Was ist anders?

Inhaltlich ist diese Seite nichts Besonderes: ein paar mittel­lange Erklärungen zur Technik und den Instrumenten, vor allem aber einiges an Musik­theorie, speziell Harmonie­lehre. Einführungen in diese Bereiche gibt's wie Sand am Meer, auch kostenlos im Web. Ungewöhnlich ist hier aber die Ausrichtung auf den Musik­hörer statt den Musik­macher. In der Regel werden solche Kurse nämlich für Hobby­musiker aufgelegt. Da werden Noten­schrift und Fach­sprache vermittelt, um letzt­endlich beim Spielen eines Instruments und beim Austausch mit anderen Musikern zu helfen. Oft sind die Informationen auf das Wichtigste reduziert, nur eben aus Sicht des Musikers: viel Raum für Konvention und Anleitung, wenig für Ursachen und Zusammen­hänge.

Dazu kommt, dass die Noten­schrift nicht dazu gedacht ist, Hinter­gründe zu veranschaulichen. Sie trägt vielmehr Züge einer Kompression: zwanzig Töne teilen sich fünf Linien und deren Zwischen­räume, für die Zuordnung und zur Auflösung von Konflikten gibt es Markierungen. So kompakt die Darstellung damit wird, so komplex wird sie auch. Gleiches sieht verschieden aus, Verschiedenes gleich. Ein Text, der mit diesem System die Musik erklärt, besteht zur Hälfte aus Übersetzung, aus Kompression und Dekompression, und der Leser hat alle Mühe, den physischen Zusammen­hang heraus­zulesen, falls er denn überhaupt erkennt, dass ein solcher sich versteckt im Erklärungs­schwall. Für den interessierten Laien ergibt das alles keinen Sinn.

Ich lege hier den Schwer­punkt auf Verständnis statt Erwerb hand­werklicher Fähigkeiten, verwende zur Illustration Grafiken mit einfacher Logik statt Noten und ziehe Grenzen, wo es für meinen Geschmack aufhört, interessant zu sein. Auch bringe ich nur Beispiele aus der Popmusik.

Die Spotify-Player

Bei allen Musik-Beispielen lässt sich ein Spotify-Player ausklappen.

Pearl Jam "Black"  1991 Player auf-/zuklappen

Das vollständige Stück können Sie nur mit Spotify-Abo hören. (Das gibt es in zwei Stufen, mit Werbe­unter­brechungen ist es kostenlos.) Ohne Abo spielt der Player nur eine 30-Sekunden-Passage aus der Mitte in der Dauer­schleife, was manchmal ausreicht, manchmal aber auch ungünstig bis nutzlos ist.

Leider sind die Spotify-Widgets nicht zuverlässig, es gibt immer wieder Probleme. Die meisten anderen Websites über Musik setzen auf YouTube, aber das widerstrebt mir aus verschiedenen Gründen ästhetischer, ökologischer und organisatorischer Natur. Unter anderem möchte ich nicht aller drei Monate neue Videos suchen, weil die vorherigen nicht mehr verfügbar sind.

Wie auch immer, theoretisch sollten die Widgets für Spotify-Abonnenten perfekt funktionieren. Was genau dafür zu tun ist, hängt vom Gerät ab. Getestet habe ich nur Android und Windows:

Beiträge und Quellen

Es ist bei meinem Hintergrund (siehe unten) nicht unwahr­scheinlich, dass der Text neben absichtlichen Verein­fachungen auch echte Fehler enthält. Für entsprechende Hinweise bin ich dankbar.

Auch sonstiges Feedback ist willkommen. Natürlich hat die Seite einen gewissen inhaltlichen Rahmen, es geht um Gebräuche. Hier soll kein Kuriositäten­kabinett entstehen, d.h. ein Song im 11/4-Takt von einer obskuren lettischen Prog-Band wäre eher kein heißer Tipp.

Die Analysen der Songs (Tonarten, Akkorde u.ä.) habe ich z.T. selbst vorgenommen, z.T. stammen sie von Musiker­seiten wie ultimate-guitar.com. Die historischen Abstecher in den Teilen 8 und 9 sind im Wesentlichen Ultra­kurz­fassungen der jeweiligen Wikipedia-Artikel.

Das Logo (grafischer Teil) wurde von Vadymburla gestaltet.

Über mich

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit MIDI-Sequencern und Synthesizern, die Entwicklung der Noten mittels Piano Roll eingeschlossen. (Bisher ist dabei ein Album zustande gekommen, das man sich z.B. bei YouTube Music anhören kann.) Diese Website ist so etwas wie ein Neben­produkt meiner eigenen Einarbeitung in die Materie. Eine ordentliche musikalische Ausbildung habe ich nicht, ein physisches Instrument beherrsche ich auch nicht.